Universität Stuttgart - Architektur & Stadtplanung
Die Therme in Bad Cannstatt
Lukas Gesell, Riin-Kärt Ranne (IÖB – Prof. Schwarz)
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Die rituelle Reinigung des Körpers durch Wasser ist eine Konstante in der Kulturgeschichte des Menschen. In Bad Cannstatt entstanden die Mineralbäder im Zuge des Aufkommens der Kurbäder des frühen 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit blühte Cannstatt als Kurort gutsituierter Gäste auf, verlor dann jedoch durch die Industrialisierung seine Wichtigkeit. Eine lange Tradition der Badekultur ist heute zudem vielerorts einer anderen Bedeutung verfallen. Ohne die stereotypen Muster von Spa-Hotel-Oasen zu repetieren, ist die Aufgabe des Entwurfes diese architektonische und gesellschaftliche Lücke wieder zu füllen.

 

Die Arbeit von Riin-Kärt Ranne  und Lukas Gesell möchte mit der neuen Therme die Wahrnehmung Bad Cannstatts als Kurstadt bestärken. Die städtebauliche Setzung ihres Gebäudes symmetrisch zum kleinen Kursaal bildet zusammen mit dem Kursaal Thourets ein starkes Ensemble. Dieses wird mit einem flachen Podest gefasst, der hier eingesetzte Travertin bestimmt auch die Materialität des neuen Bausteins. Der basilikale Grundriss der neuen Therme erschließt von einer zentralen Wandelhalle Becken unterschiedlicher Größe und Temperatur, gespeist von den verschiedenen Mineralquellen Cannstatts. Im Obergeschoß schließen sich Freibereich und Außenbecken an. Die kompakte Naturstein Fassade wird im Bereich der Becken und Umkleiden durch Keramik und Holz ergänzt. Trotz seiner klaren und reduzierten Formgebung verspricht der Entwurf ein sinnliches Badeerlebnis in der Tradition antiker Bäder.

 

Betreuer/innenn: Dipl.-Ing. Dorothee Riedle und Dipl.-Ing. Sebastian Fatmann

Kontakt

Öffentliche Kommunikation

Dipl.-Ing. Kerstin C. Ottmar

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Tel. 0711/685-84912

 

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