Universität Stuttgart - Architektur & Stadtplanung

Diplompreise der Fakultät

Zur feierlichen Verabschiedung der Absolventen des Wintersemesters 2012/13 der Fakultät Architektur und Stadtplanung am 05. Juni 2013, wurden von der Jury drei Diplompreise für besonders herausragende Arbeiten verliehen. Des Weiteren vergab die Jury drei Anerkennungen. Zwei weitere Arbeiten wurden in die engere Wahl genommen.

 

Mitglieder der diesjährigen Jury waren: Thomas Auer, Transsolar (Energie),  Giorgio Bottega, Bottega Erhard (Architektur),  Martin Haas, CookHaasZemmrisch Studio 2050 (Architektur), Prof. Johannes Kappler, Hochschule für Angewandte Wissenschaften München (Städtebau), Oliver Krieg (letzter Diplompreisträger), Boris Peter, Knippers Helbig (Tragwerk) sowie Nicola Haberbosch (Vertreterin Fachschaft und Diplomstudentin).

 

Die Fakultät gratuliert herzlich allen Preisträgern zu ihren herausragenden Arbeiten.


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Diplompreis 2012/13: Max Reith und Markus Burger

"Leibniz Forum Hannover"

IRGE, Prof. Allmann

 

Die Diplomarbeit "Leibniz Forum" von Markus Burger und Max Reith greift das Thema des diesjährigen Xella Studentenwettbewerbs auf und beschäftigt sich mit einem Wissenszentrum für Veranstaltung und Forschung in Hannover. Der Entwurf besticht durch seine ausgewogene architektonische und gestalterische Qualität. Diese Arbeit zeigt überzeugend, wie man mit einer konsequenten Architektursprache und einem Gespür für das richtige Maß und die Proportionen ein qualitätsvolles Stück Stadt entwirft.

Die schlichte Haltung des Gebäudes, das entlang der Leine die unterschiedlichen topografischen und städtischen Begebenheiten gekonnt aufnimmt und ausgleicht, ist wohltuend. Die daraus entstehenden Plätze und Räume erscheinen angemessen und sind nur durch die Hauptorientierung des Gebäudes zum im Osten liegenden Fluß hin etwas zu hinterfragen.

Durch das Anforderungsprofil eines Wettbewerbes erreicht diese Arbeit nicht ganz die Tiefe, die man sich hier von den Bearbeitern hätte vorstellen können. Insgesamt jedoch eine überzeugende Diplomarbeit, bei der sich die Jury lediglich gewünscht hätte, etwas mehr Aussage zu den Themen Nachhaltigkeit, Konstruktion und Energie zu erhalten.


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Diplompreis 2012/13: Susanne Wolff und Sinan Tiryaki

"Unser Block"

IRGE, Prof. Allmann

 

In ihrer Diplomarbeit "UNSER BLOCK" setzen sich Susanne Wolff und Sinan Tiryaki kritisch mit den zeitgenössischen Schichten ihres eigenen Quartiers im Stuttgarter Westen auseinander und entwickeln kreative Lösungen für die Weiterentwicklung der vorgefundenen Strukturen.

Ausgangspunkt ihrer systematischen Überlegungen sind ökonomische, ökologische und soziale Prinzipien, die ein ausschließlich auf Wachstum orientiertes Gesellschaftssystem in Frage stellen, um nachhaltige Lebensformen zu ermöglichen. Diese theoretischen Überlegungen münden in konkrete Interventionen zu den Themenbereichen Ernährung, Wohnen, Energie, Mobilität und Ökonomie.

Die Arbeit überzeugt vor allem dadurch, dass die einzelnen Themen nicht nur unter dem Label der Nachhaltigkeit unverbindlich abgearbeitet werden. Stattdessen finden die Konzepte in Form von präzisen, standortspezifischen Maßnahmen auf den unterschiedlichen Maßstabsebenen des Quartiers eine Anwendung und beschränken sich nicht auf technische Lösungen. In räumlichen Darstellungen wird plausibel nachgewiesen, wie sich durch die verschiedenen Interventionen die gemeinschaftliche Nutzung urbaner Räume in einem differenzierten Entwicklungsprozess positiv verändern könnte.

Auch wenn die jeweiligen Einzelmaßnahmen bezüglich ihrer architektonischen Aussagen unterschiedliche Bewertungen hervorrufen werden, bietet die methodische Qualität der Bearbeitung inspirierende Denkanstösse für die Stadt von Morgen.


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Diplompreis 2012/13: Linn Blasberg, Rebekka Müller und Maik Schöffel

New York City Opera

IBK2, Prof. Behling

 

Die Diplomarbeit "New York City Opera" von Linn Blasberg, Rebekka Müller und Maik Schöffel basiert auf dem Leitgedanken New York´s Identität am Wasser zu stärken.

Darauf aufbauend entwickeln die Verfasser die Idee für ein neues Opernhaus an den Brooklyn Navy Yards. Das Gebäude soll Wahrzeichen werden für den Wunsch die Küstenlinie der Stadt zu beleben und die Wasserwege besser zu nutzen.

Weit in die Wallabout Bay hineingeschoben liegt die Oper "über" dem verlängerten Pier der Yards. Mit einer kraftvollen Geste erhebt sich das Foyer über den Landungssteg.

Ein starkes Symbol für die Verbindung zum Wasser und der folgerichtige Ort für einen Vorplatz zum spektakulären Erschließungselement darüber.

Die Jury beeindruckt nicht nur die visuelle Stärke der Arbeit, sondern auch die "Entschlossenheit" und die architektonische Durcharbeitung des Entwurfs. Allerdings bestehen Zweifel wegen der Realisierbarkeit einiger Detailvorschläge, wie der gespannten Seilnetzkonstruktion als Raumabschluss, sowie der Gestaltqualität der aufgeschnittenen Schiffsrümpfe als Wegemarkierung. Insgesamt kann das Projekt aber aufgrund seiner handwerklich sehr gekonnt vorgetragenen Gesamtkonzeption überzeugen.


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Anerkennung: Eva von Dungen

"Vogelwarte Samsø"

IBK1, Prof. Cheret

 

Die Jury vergibt eine Anerkennung an Eva von Dungen für ihren Entwurf der Vogelwarte Samsø. Die Insel Samsø in Dänemark stellt aufgrund ihrer Lage einen wichtigen Ort für die jährliche Vogelwanderung und damit einen natürlichen Lebensraum vieler Vogelarten dar. Für die Vogelpflege und als Informationszentrum für Besucher wird durch einen unauffälligen Eingriff in die Umgebung ein Entwurf mit hoher architektonischer Qualität geschaffen. Die sensible Integration des Gebäudes in den landschaftlichen und thematischen Kontext ist dabei überzeugend. Der Entwurf zeichnet sich durch eine zurückhaltende und klare Form aus, die sich auch in der Raumabfolge widerspiegelt und gekonnt zwischen räumlichen Situationen unterscheidet.

Die besondere Qualität der Arbeit wird durch die Wahl des Materials und der ansprechenden Darstellung deutlich. Dabei wird auf die Wirkung des Innen- und Außenraums in Verbindung mit der landschaftlichen Umgebung besonderen Wert gelegt.


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Anerkennung: Nora Beste und Anke März

"Battersea Power Station"

IRGE, Prof. Allmann

 

Nora Beste und Anke März erhalten von der Jury eine Anerkennung für ihre Arbeit zur Wiederbelebung der Battersea Power Station in London. Das stillgelegte Kohlekraftwerk stellt einen markanten Baustein des Londoner Stadtbildes dar, das seit seiner Stilllegung Gegenstand vielerlei Umnutzungsvorschläge und -diskussionen geworden ist.

Die Diplomarbeit bietet ein Konzept zur Wiederbelebung des Monuments an.

Die Verfasserinnen gehen in Ihrer Arbeit sowohl vertieft auf die fragile Bausubstanz ein, die sie mit gut bedachten Eingriffen erhalten, als auch auf den weiteren sozialkulturellen Kontext im Stadtteil Battersea, in dem das Nutzungskonzept für die Power Station für Kultur und Kunst einen Mehrwert für die Allgemeinheit darstellt. Insgesamt wurde eine glaubwürdige Lösung gefunden, deren architektonische Qualität zwar vorwiegend durch die bestehende Bausubstanz erreicht wird, die sich aber gut in den räumlichen Kontext integriert und eine wertvolle Erweiterung für den Stadtteil vorschlägt.

Die Diplomarbeit besticht durch ihren hohen Grad an grafischer und handwerklicher Ausarbeitung.


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Anerkennung: Matthias Kalfoglou

"Architektur & Musik - Dynamische Raumakustik"

IGMA, Prof. de Bruyn

 

Die Diplomarbeit von Mattias-Gabriel Kalfoglou besticht durch einen innovativen technischen Ansatz, wie eine dynamische Akustikdecke sich adaptiv auf die veränderten musikalischen Anforderungen eines Konzertsaals anpassen kann. Durch einen modularen Aufbau ist es möglich die akustischen Eigenschaften bzgl. Absorption und Reflexion, aber auch bzgl. Reflexionswinkel vordefiniert oder während eines Konzerts zu verändern. Parallel zu der akustischen Adaption verändert sich auch die optische, sinnliche Wahrnehmung der Decke, so dass eine hohe Dramaturgie entsteht.

Die Jury würdigt die Arbeit mit einer Anerkennung aufgrund der detaillierten technischen Ausarbeitung gepaart mit einer hohen gestalterischen Qualität einer innovativen Lösung. Gleichzeitig ist die Arbeit hervorragend und professionell präsentiert.


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Engere Wahl

Lea Schanz und Andreas Desuki (Das Stadtmacherprinzip, SI/IRGE)

Frank Bohnet (Marktplatzbunker, IÖB)


Kontakt

Öffentliche Kommunikation

Dipl.-Ing. Kerstin C. Ottmar

Keplerstr. 11, K1 - 1. OG, Raum 1.26

Tel. 0711/685-84912

 

E-mail: kerstin.ottmar(at)f01.uni-stuttgart(dot)de