Universität Stuttgart - Architektur & Stadtplanung

Diplompreise der Fakultät

Anlässlich der Diplomverleihung zum Wintersemester 2011/12 der Fakultät Architektur und Stadtplanung am 06. Juni 2012, wurden von der Jury der diesjährige Diplompreis sowie drei Anerkennungen und vier Lobende Erwähnungen verliehen.

 

 

Mitglieder der Jury waren: Kerstin Höger (NTU/ Norwegian University of Science and Technology, Trondheim/ Kerstin Höger Architekten Gmbh SIA, Zürich), Carl Zillich (Bundesstiftung für Baukultur, Potsdam), Volker Staab (Staab Architekten GmbH, Berlin) und Stephan Birk (Birk und Heilmeyer Architekten BDA, Stuttgart) sowie

Prof. Antje Stokman, Institutsleiterin des  ILPÖ (Koordinierendes Institut), Moritz Bellers (Wiss. Mitarbeiter, ILPÖ) , Bettina Klinge (Wiss. Mitarbeiterin, IRGE) und Kira Laage (Diplomstudentin /Vertreterin der  Fachschaft Fakultät 1) . 

 

 

Die Fakultät gratuliert herzlich allen Preisträgern zu Ihren herausragenden Arbeiten.


top

Diplompreis 2011/12: Antonia Blaer

"h2eau"

IRGE, Prof. Allmann

 

Mit ihrem Neubau eines bestehenden Wasserkraftwerks bei Weil am Rhein bietet die Arbeit „h2eau“ eine konzeptionelle und gestalterische Lösung an, die weit über einen Ersatzbau hinausgeht. Sie stellt sich der Herausforderung in einem vermeintlich technischem Bauwerk zusätzliche Räumlichkeiten zu integrieren, deren architektonische Qualitäten nicht zum Selbstzweck werden. Wie selbstverständlich wird in den Kraftwerksbau ein vielfältiges Angebot für Bildungs- und Freizeitangebote integriert. In seiner formalen und materialspezifischen Umsetzung besticht der Entwurf durch seine stringente und schlüssige Gestalt bei einer gleichzeitig zurückhaltenden Präsenz im Landschaftsraum. Damit manifestiert die Diplomarbeit den, auch für unseren Alltag essentiellen Anspruch, dass jedem Infrastrukturprojekt eine Dimension von Architektur innewohnt, die es zu entwerfen gilt.

 


zoom
top

Anerkennung: Hamze Jalloul

"Kulturzentrum für Beirut"

IÖB, Prof. Lederer

 

An einem besonderen topographischen Ort in Beirut, einem Steilhang südlich des Taubenfelsen von Rouche, gelingt dem Verfasser eine mutige und eindrucksvolle stadt- bzw. landschaftsräumliche Arbeit. Ein beliebter Weg hinab zum Meer wird als möglicher, signifikanter Ort für eine kulturelle Nutzung identifiziert und mit einer aus dem Bild des Waldes entwickelten Dachkonstruktion zu einem lichten aber verschatteten Landschaftsraum. Unter diesem Dach werden in Kuben die kulturellen Nutzungen sowie der öffentliche Zugang zum Meer organisiert. Durch diese Kombination aus der horizontal in den Hang geschobenen Dachkonstruktion und den darunter in die Hangtopographie integrierten Nutzungen entsteht eine spannungsvolle räumliche Situation. Die unterschiedlichen Dimensionen der Dachtragwerke führen zu einer beinah zufällig erscheinenden Positionierung der Stützen, was die gewünschte Assoziation des Waldes unterstützt. Die Arbeit besticht nicht nur durch ihre Bearbeitungstiefe in allen Maßstabsebenen, sondern auch durch ihre subtile aber gleichzeitig kraftvolle Darstellung.


zoom
top

Anerkennung: Nils Meyer

"Neue Philharmonie München"

IÖB, Prof. Lederer

 

Anstatt München mit einer weiteren „großen“ Architekturikone auszustatten, schafft die Arbeit einen atmosphärischen Raum, der mit allen Sinnen erlebt werden kann. Diese starke Haltung sowie der klare konzeptionelle und kontextuelle Ansatz, wurden schlüssig und angemessen umgesetzt. Die klassisch, kompakte Typologie einer Philharmonie wird hinterfragt und konsequent in zwei „kleinere“, kontrastierende Baukörper aufgespalten: den geschlossenen, sakral anmutenden Musiksaal auf dem Wasser („Philharmoniefloß“) und die offene, profane Wandelhalle mit Übungsräumen, Empfang, Café und Holzgarten am Ufer („Floßlände“). Der Genius Loci, die Lage und Besonderheit des Ortes, insbesondere die historische Flößerei und Holzlagerung auf der ehemaligen Kohleinsel, werden durch die Abspaltung und Materialisierung ebenfalls gelungen akzentuiert. Der passend mit Altholzbalken verkleidete Musiksaal schwebt über der Isar. Die Besucher werden in der Stelenhalle in Empfang genommen und über einen Steg ins Konzertgebäude geführt. Die wandelbaren Sicht-, Licht- und Klangverhältnisse machen die bestehenden und neu geschaffenen Räume am und auf dem Wasser darüber hinaus auf vielfältige Weise erlebbar.


zoom
top

Anerkennung: Monica Tusinean

"Wastelands"

IRGE, Prof. Allmann

 

Durch das adäquate Verhältnis von Rückbau, Umnutzung und Ergänzung präsentiert die Arbeit „Wastelands“ einen überzeugenden Beitrag zum Umgang mit industriellen Teilbrachflächen. Die Arbeit basiert auf der Erarbeitung einer differenzierten zeitlichen Strategie, bei der auf jeder Ebene eine Angemessenheit der Bearbeitung und Interventionen zu verspüren ist. Gelungen ist zudem die gestalterische Umsetzung unter starker Einbeziehung der landschaftlichen Dimension, die Wahl der Nutzungen, die eine programmatische Vernetzung mit der Stadt ermöglichen, sowie die mit der Aufgabe korrespondierende Art der Darstellung. Durch die Lesbarkeit der Transformation und die subtil hinterlassenen Spuren der Vergangenheit, ist es der Bearbeiterin gelungen den Ort auf poetische Art für sich sprechen zu lassen.


zoom
top

Lobende Erwähnungen

Charlotte Eller und Johannes Geiß

"Gemeinschaftsschule mit reformpädagogischem Ansatz",

IRGE, Prof. Allmann

Die Arbeit zeichnet sich durch ein Thema mit hoher aktueller Relevanz und einem sehr differenziert hergeleiteten und schlüssig durchgearbeiteten typologischen Gesamtkonzept aus. Die architektonische Qualität, insbesondere im Hinblick auf die Fassadengestaltung, vermag jedoch nicht in gleichem Maße zu überzeugen.

 

Tanja Hütter

"Akademie für zeitgenössischen Tanz, Ljubljana",

IRGE, Prof. Allmann

Die architektonische Qualität dieser Arbeit liegt in der gelungenen Raumdisposition, die der introvertierten Nutzung Rechnung trägt. Offene Fragen verbleiben in Bezug auf die Durcharbeitung der Materialität und Detaillierung der Fassengestaltung.

 

Bum Suk Ko

"Holzlaminat-Morphologien",

ICD, Prof. Menges

Die Arbeit überzeugt durch ihre gelungene Nutzung computerbasierter Gestaltungswerkzeuge und Fabrikationstechniken zur Erzeugung einer konkreten Form mit hoher materialgerechter und ästhetischer Qualität. Offene Fragen verbleiben in Bezug auf die räumlich-konkrete Anwendung in einem größeren Maßstab.

 

Alexander Tscherevko

"Angewandtes Archideenfach",

IGMA, Prof. de Bruyn

Die Arbeit entwickelt eine starke Positionierung gegenüber des Selbst- und Fremdbilds des Architekten, die durch kraftvolle Darstellungen kommentiert wird. Die subjektive Art der Befassung lässt jedoch eine Einordnung in die aktuellen Debatten zum Selbstverständnis der Architektur vermissen.


Die Diplompreise wurden verliehen mit freundlicher Unterstützung von:

Kontakt

Öffentliche Kommunikation

Dipl.-Ing. Kerstin C. Ottmar

Keplerstr. 11, K1 - 1. OG, Raum 1.26

Tel. 0711/685-84912

 

E-mail: kerstin.ottmar(at)f01.uni-stuttgart(dot)de