Universität Stuttgart - Architektur & Stadtplanung

Preisverleihung der Fakultät 2018

Anlässlich der Verabschiedung unserer Absolventen bei der alljährlichen Jahresfeier der Fakultät am 15.06.18, wurden auch in diesem Jahr wieder die traditionellen Preise und Anerkennungen der Fakultät verliehen.

Die Jury prämierte beim Rundgang durch die Jahresausstellung am 12.06.18, die jeweils besten Entwürfe des Jahrgangs.

 

Unter den Masterabsolventen wurden gleich drei gleichwertige Preise vergeben, drei weitere erhielten eine Anerkennung. Für die herausragendsten Arbeiten aus dem Bachelorstudium gab es jeweils zwei gleichwertige Preise sowie zwei Anerkennungen.

 

Stimmberechtigte Mitglieder der diesjährigen Jury waren: 

Andreas Hofer, Intendant IBA Stadtregion Stuttgart 2027

Philipp Dittrich, BBR Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Peter Cachola Schmal, Direktor Deutsches Architekturmuseum DAM

Prof. Petra Vondenhof-Anderhalten, Beuth Hochschule Berlin

Talip Ekizoglu, ehemaliger Preisträger der Fakultät

 

 

Die Fakultät gratuliert herzlich allen Preisträgern zu ihren hervorragenden Leistungen sowie den Absolventen zu ihrem erfolgreichen Studienabschluss!


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Preis im Masterabschluss: Ruofang Wang, IBBTE, Prof. Schürmann

Der Masterentwurf des Meditationszentrums in der chinesischen Stadt Ningbo von Ruofang Wang sieht eine Erweiterung des Tiantong Klosters mit Meditationsräumen, neuen Unterkünften für Gäste, Bibliotheks- und Seminarräumen vor, die sich kontextuell sinnfällig und äußerst harmonisch in den Bestand und in die vorhandene landschaftliche Situation einer ansteigenden Talsohle einfügen.

Es gelingt dem Verfasser, ein komplexes Wechselspiel zwischen Innen- und Außenräumen, Natur und Gebautem zu schaffen, das der chinesischen Tradition entspricht, andererseits aber auch durch ungewöhnliche Raumzuschnitte charaktervolle, innovative Räume zu schaffen, die in Modell und Zeichnung ausgezeichnet dokumentiert werden. Das vorgeschlagene Holztragwerk, das mit Lehmwänden ausgefacht wird, ist ortstypisch und verspricht darüber hinaus ein hohes Maß an Nachhaltigkeit.

Insgesamt ist der Entwurf nicht nur inhaltlich überzeugend und umfassend recherchiert, sondern auch plangrafisch auf hohem ästhetischem Niveau aufbereitet und gestalterisch in jeder Hinsicht überzeugend.


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Preis im Masterabschluss: Sofie Hoyer, IBK1, Prof. Peter Cheret

Städtische Bühnen Frankfurt

Diese Arbeit beschäftigt sich auf eindringliche und überzeugende Weise mit einem dritten Weg für die Zukunft der viel diskutierten Bühnen Frankfurts, zwischen Abriss und Neubau auf der einen Seite und einer riskanten und kostspieligen Renovierung andererseits. Die Autorin argumentiert geschickt und verführerisch und schlägt eine Öffnung der geschlossenen erdgeschossigen Zone unter dem berühmten Foyer hindurch vor, sowie eine Offenlegung in Form einer Promenade von vorne bis hinten durch den Komplex hindurch. In der Realität würde dies leider an den Widrigkeiten des Spielbetriebs scheitern, denn der Besucher sieht nur 20% eines Bühnenbetriebs, die 80% der hermetischen Welt Backstage aber sind hochkomplex. Doch in der Fantasie darf dieser Befreiungsschlag probiert werden und er wirkt herrlich erfrischend. Es ergeben sich neue Ansichten und überraschende Durchblicke, die motivieren, einen solchen dritten Weg zu optionieren.

Die Darstellungen der Autorin, ihre Fotos, ihre gesamte Präsentation und ihre Modelle sind professionell und beeindrucken dank der konzeptionellen Kohärenz. Glückwunsch zu einer runden Master-These und dem Preis!    


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Sonderpreis im Masterabschluss: Pirmin Wollensack, IDG, Prof. Sybil Kohl

 

Studio Breitscheidstrasse O.T. Epitaph

Dieser Werkkomplex ist eine sehr starke Arbeit, die sicherlich polarisiert. Das symbolische Verbrennen der Modelle und Pläne der bisherigen Studienlaufbahn ist schon eine Provokation für einen angehenden Architekten, unterstreicht aber die Radikalität des Ausdrucks. Besonders stark hebt sich dies in der 1:1 Version der Gefängniszelle von Denis Yücel hervor, eines ebenfalls radikal agierenden Journalisten. Der Grundriss der Zelle wurde in 1:1 veröffentlicht, eine künstlerische Transformation in rostenden Stahlblechen ins Dreidimensionale erscheint logisch. Auch die Herleitung aller Arbeitsschritte und die Dokumentation in grafisch gekonnter Manier sowie die weiteren räumlichen skulpturalen Arbeiten runden den Komplex ab. Folgerichtig wäre es, diese Arbeit dem Arbeitgeber des Journalisten zu vermachen oder seiner Heimatstadt, die für seine Freilassung gekämpft haben. Die Arbeit hat die eindrückliche Qualität eines Mahnmals. Wir werden von diesem Absolventen sicher noch einiges hören, eventuell eher auf dem Gebiet der Kunst? Daher dieser gleichwertige Sonderpreis der Jury. Glückwunsch!


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Anerkennung im Masterabschluss: Carla Lonhard, IWE, Prof. Dr. Thomas Jocher

Das Projekt widmet sich einer realen baukonstruktiven Problematik in Folge des Klimawandels. Der überschaubare Umfang der Bestandsbauten erlaubt eine große Bearbeitungstiefe und eine in Modell wie Zeichnungen attraktive Darstellung in großem Maßstab. Aus einer eigentlichen Notmaßnahme zur Stabilisierung des Hochwildhauses entwickelt die Arbeit geschickt einen hohen innenräumlichen Mehrwert bei gleichzeitigem Respekt vor dem Bestand.

Der Umgang mit der Fidelitashütte hält nach Ansicht der Jury dieses Niveau nicht ganz.  


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Anerkennung im Masterabschluss: Sophie Victoria Schrader, Kristina Stilz, IFAG, Prof. Dr. phil. habil. Klaus Jan Philipp

Die Bauausstellung von 1908 in Stuttgart

Die fundierte Recherche der trotz prominenter Besetzung fast völlig in Vergessenheit geratenen Bauausstellung von 1908 ist als bauhistorische „Ausgrabung“ im unmittelbaren räumlichen wie personellen Bezug zur Stuttgarter Architekturfakultät eine echte Entdeckung. Die soziale und architektonische Bedeutung als früher Wegbereiter für Entwicklungen nach dem Ersten Weltkrieg wird ansatzweise erkennbar.

Eine ausführlichere, eigenständigere Bewertung der Bauausstellung und ihrer Folgen bleibt ein Desiderat weiterer Forschung auf der Grundlage dieser Arbeit.  


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Anerkennung im Masterabschluss: Lingkun Su, IGMA, Prof. Gerd de Bruyn und IRGE, Prof. Markus Allmann

Schaubrennerei in Beiqian

Die Arbeit „Schaubrennerei in Beiqian“ China konzipiert eine Gegenposition zur derzeitigen Entwicklung der Urbanisierung und Verstädterung und der damit einhergehenden Verdichtung der Städte Chinas. Gleichzeitig geht die Arbeit auf die Problematik aussterbender traditioneller Dörfer ein. Als Impulsgeber für die Belebung des südchinesischen Dorfes Beiqian wird die 800jährige Tradition der Herstellung von gelbem Reiswein genutzt. Über die geschickte Setzung von Bausteinen wird das gewachsene Dorf weitergedacht und die traditionellen Haustypologien werden neu interpretiert. Diese fügen sich selbstverständlich in die bestehende Struktur ein.

Es entstehen Räume, in denen der Gemeinschaftsgedanke an erster Stelle steht, ganz im Gegensatz zur Anonymität der Stadt. Die Arbeit überzeugt durch die präzise Auseinandersetzung mit dem Ort, der klaren grafischen Darstellung, sowie durch Modelle, welche das Konzept zusätzlich unterstreichen. Infolgedessen wird diese Arbeit mit einer Anerkennung ausgezeichnet.


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Masterabschluss: Engere Wahl

Casa Barocca. Single-und Studentenwohnen in Turin

Selina Ahmann, IGMA / IRGE
    

 

Tailored Wood

Martin Emilio Alvarez, Erik Eugenio Martinez Parachini, ICD

 

anti/museum

Kyra Mootz, IBK1


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Preis im Bachelorabschluss: Michaela Maurer, Maximilian Scheffel, IRGE, Prof. Markus Allmann

Ein Konzertsaal für Tübingen

Die städtebauliche Setzung des Konzerthauses als freistehendem Solitär zwischen   Universitätscampus und Botanischem Garten wird als richtig erachtet. Der allseitig freisehende Baukörper verbirgt im Inneren einen intelligenten „Parcours“ verschiedener Raumfiguren, denen es gelingt, Publikum, aber auch Musiker auf das „Erlebnis Musik“ vorzubereiten. Das gewählte Erschließungskonzept, Raum als Subtraktion erlebbar zu machen, ist bautechnisch sicherlich angreifbar, der Entwurfsansatz befreit sich aber etwa im Foyer von seinen konzeptionellen Zwängen und besitzt die Größe, sich selbst zu widersprechen, ohne den Ansatz der besonderen Raumfindung zu verlassen. Dies gilt auch für die Verschränkung der weiteren Funktionen, es entstehen keine Resträume, sondern Räume, die durch Volumen und Belichtungssituation die jeweiligen Nutzungen bereichern. Die konsequente Plangrafik und die überdurchschnittliche Qualität der Schnittmodelle bilden die eigenständige „Entwurfstaktik“ auf selbstverständliche Weise ab.


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Preis im Bachelorabschluss: Anne Sauter, Henrike Marie Heuer, Jonas Mattes, Nils Benedix, IRGE, Prof. Markus Allmann

Political Expression „Architektonische Vorweg-nahme einer politisierten Gesellschaft“

Die Arbeit stellt sich dem großen Thema, wie sich politische Systeme, gesellschaftlicher Alltag und architektonischer Ausdruck gegenseitig beeinflussen und sucht für diese Fragestellung eine Zukunfts-gerichtete Umsetzung. Eine sorgfältig in einem Katalog dargestellte Recherche politischer Repräsentation in der Architektur des zwanzigsten Jahrhunderts bildet die Grundlage für radikale Wohnkonzepte, die in zwei Entwürfen ausgeführt werden. Die Wohnung als abgeschlossener privater Raum und additive Grundeinheit des Wohnungsbaus der Moderne wird aufgegeben. Den privaten Rückzugsraum des Individuums umfließt eine gemeinschaftliche Wohnlandschaft, die beim einen Projekt auf eine große Terrasse um einen kreisrunden Hof führt, beim anderen übernimmt eine ebenfalls runde, großzügige Vertikalerschließung diese zentrale, kollektive Funktion. Im Gegensatz zu Hotel- oder Klosteranlagen sind die Grenzen zwischen Individuum, Gemeinschaft und Öffentlichkeit fließend und verhandel- oder durch das Drehen von Regalwänden als Raumteiler steuerbar. Die Zwischenräume werden zur Bühne des Alltags, der Wohnungsbau verliert seine Eindeutigkeit. Die Räume machen nur Sinn, wenn sie für Arbeit, gesellschaftlichen Austausch, Spiel und Erholung genutzt werden.

Die Arbeit lotet aktuelle Fragen der gesellschaftlichen Formation, Kommunikation und Produktion in einer individualisierten und komplexen postindustriellen Gesellschaft aus und wird zur positiven Utopie einer mündigen Aneignung von Raum, die der Architektur neue räumliche Potenziale öffnet.  


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Anerkennung im Bachelorabschluss: Lara Weiler, IBBTE, Prof. Peter Schürmann

Medizinische Notfallstation Ghana

Die Bachelorarbeit ist in dem ghanaischen Dorf Abetenim verortet. Die mangelnde medizinische Versorgung, sowie das Fehlen einer zentralen Anlaufstelle hat die Studentin zur Entwicklung einer medizinischen Notfallstation inspiriert.

Das Bauwerk gliedert sich in drei Körper, welche jeweils unterschiedliche Funktionen aufnehmen. Diese sind in traditioneller Bauweise mit natürlichen Materialien geplant und gehen damit auf die lokale Architektursprache ein. Das Gebäude bietet über die medizinische Versorgung hinaus einen Mehrwert für das Dorf und schafft vielmehr einen neuen identitätsstiftenden Platz. Die schöne grafische Darstellung, das fein gearbeitete Modell, die genaue Auseinandersetzung mit dem Ort, sowie die Detailtiefe der Arbeit führten zu einer Anerkennung.


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Anerkennung im Bachelorabschluss: Oscar Kaag, IBK1, Prof. Peter Cheret

Archiv der Ingenieurbauwerke

Die Arbeit untersucht das Potenzial für eine Umnutzung des Überwerfungsbauwerkes im Gleisvorfeld, das durch Stuttgart 21 seine Funktion verliert. Die Nutzung als Archiv der Ingenieurbauwerke ist klug. Das mächtige Bauwerk ist wie viele Infrastrukturen kaum im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Durch Ergänzungen, die sich an die ursprüngliche, konstruktive Logik anschließen wird es zum angemessenen Rahmen für die Auseinandersetzung mit der Ingenieurkultur und darüber hinaus schafft es neue Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer im neu entstehenden Rosensteinviertel.


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Bachelorabschluss: Engere Wahl

El Sur de Buenos Aires – Conector Productivo

Martina Buchs, Laura Johana Corredor Coronado, ILPÖ / SI  

 

Floating Home

Lisa Sophie Rottner, IBBTE


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Sponsoren der Fakultätspreise


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Dipl.-Ing. Kerstin C. Ottmar

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