Universität Stuttgart - Architektur & Stadtplanung

Preisverleihung der Fakultät 2017

Am 12.05.17 verabschiedete die Fakultät Architektur und Stadtplanung in ihrer traditio-

nellen Jahresfeier alle Absolventen des Studienjahres 2016/17. Beim Rundgang durch die Jahresausstellung wurden von der Jury aus allen  Arbeiten die jeweils besten prämiert:

Gleich zwei erste Preise sowie zwei Anerkennungen gab es bei den Masterarbeiten. Für die herausragendsten Arbeiten aus dem Bachelorstudium wurden drei Auszeichnungen vergeben.

Insgesamt fünf weitere Arbeiten gelangten in die Engere Wahl.

 

Stimmberechtigte Mitglieder der diesjährigen Jury waren: 

Juryvorsitzender Prof. Armin Günster (MGF Architekten)

Meike Hammer (Preisträgerin 2016)

Michael Ragaller (schleicher.ragaller Architekten)

Prof. Peter Schürmann (IBBTE)

Christine Steimle (Steimle Architekten)

Tine Teiml (Preisträgerin 2016)

 

 

Die Fakultät gratuliert herzlich allen Preisträgern zu ihren herausragenden Arbeiten sowie den Absolventen zu ihrem erfolgreichen Studienabschluß!


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1. Preis im Masterabschluss: Jonas Faber, IGMA, Prof. Gerd de Bruyn

 

Kloster für Manhattan

Wenn eine Masterarbeit die Gelegenheit bietet auf hohem Niveau und im geschützten Raum von Universität relevante Themen der Zeit zu diskutieren und dabei zum Nachdenken anzuregen, dann wurde bei dieser Arbeit diese Chance vom Verfasser in besonderer Weise und überzeugend genutzt.  

Die Arbeit ist eine Fundamentalkritik der 'Super-High-Rise-Bewegung' bei der zur Zeit superschlanke und betörend eindrucksvolle Hochhäuser entstehen, deren Verhältnis minimaler Nutzfläche pro Etage zur überbordender Erschließungsfläche aber völlig absurd ist. Sinnhaftigkeit, Effizienz und Nutzen haben so keinerlei Bedeutung mehr. Sind irrelevant. Es zählt nur Exklusivität und Verschwendung.  

Das neue bekannte 400m-Hochhaus von Rafael Vinoly an der Park Avenue wird uminterpretiert und komplett und radikal umgebaut. Maximalem Hedonismus wird maximale Askese entgegengestellt - statt der verschwenderischen Luxusnadel entsteht ein asketisches Kloster im 400m Turm - wie die der Zisterzienser.   

Dieses Gedankenspiel wird mit dermaßen überzeugend schönen und präzisen Darstellungen, Modellierungen und Erzählungen unternommen und vorgestellt, dass der Betrachter nur in nachdenklicher Unruhe ob der profunden Gesellschaftskritik beeindruckt und Fragen stellend zurückbleibt.


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1. Preis im Masterabschluss: Talip Ekizoglu, IBK1, Prof. Peter Cheret

 

Forum der Kulturen Istanbul

An der Nahtstelle von Orient und Okzident spektakulär am Bosporus gelegen, überzeugt das Forum für Kulturen als städtebaulich gut gesetzter Baustein, der in Körnung und Kubatur sich eigenständig und angemessen in die heterogene Stadtstruktur von Istanbul einfügt.   Das robuste Thema „Von außen einig, im Innern vielfältig“ erlaubt dem außen geschlossen und fast abweisenden Baukörper im Innern eine Vielzahl von räumlich schönen und atmosphärisch dichten Erlebnissen zu entwickeln.

Der Entwurf kann so sehr gut auf die einzelnen kulturellen Eigenheiten und funktionalen Anforderungen reagieren. 

Vier gleichwertige Eingänge inszenieren beim Betreten des Gebäudes den Übergang von Öffentlichkeit und Kontemplation. Licht und Dunkelheit differenzieren die einzelnen Raumgruppen. Außen stehen robuste Materialien in einem spannungsvollen Gegensatz zu wertvollen, transluzenten Oberflächen im Innern.   Dies zeugt von einer intensiven Auseinandersetzung bei der Entwicklung des Entwurfes, nichts wird vergessen oder ausgeklammert, alles Notwendige wird definiert und geplant.  

Vor allem beeindruckt die konsequente architektonische Haltung des Entwurfes, die handwerklich durchgängig solide Bearbeitung und die einheitliche, professionelle Art der Darstellung, die zu dieser beispielhaften und preiswürdigen Arbeit geführt haben.


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Anerkennung im Masterabschluss: Charis Nichtern, Monica Väth, SI, Prof. Astrid Ley, Prof. Ulrike Böhm

 

Neue Maßstäbe für die produktive Stadt Detroit

Identität Transformieren von Charis Nichtern und Monica Ines Väth widmet sich dem momentan von Zerfall und Bedeutungslosigkeit geprägten Stadtbild Detroits und entwickelt neue Maßstäbe für die produktive Stadt Detroit.

Die Arbeit zeichnet sich durch die sehr detaillierte stadtplanerische Analyse aus und zeigt anhand vieler bereits bestehender Initiativen und Potenzialen der Stadt, welche temporären, sowie langfristig geplanten Lösungsansätze umgesetzt werden können um eine neue Identität für Detroit zu schaffen.


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Anerkennung im Masterabschluss: Robert Rau, IÖB, Prof. Alexander Schwarz

 

Alberto Giacometti

Für den Geburtsort Alberto Giacomettis im schweizerischen Bergell, dem kleinen Straßendorf Stampa wird neben dem Wohnhaus der Familie ein Museum entworfen. Sensibel, mit räumlicher Raffinesse und ohne Aufzutrumpfen werden ein Ort und eine äußerst reizvolle Promenade geschaffen, die absolut angemessen auf den Bestand, die Aufgabe und die landschaftliche Situation reagieren. Die hohe Qualität der Arbeit wird durch den gekonnten Einsatz der darstellerischen Mittel unterstrichen.


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Masterabschluss: Engere Wahl

 

Casa Barocca. Single-und Studentenwohnen in Turin

Selina Ahmann, IGMA / IRGE
    

 

Tailored Wood

Martin Emilio Alvarez, Erik Eugenio Martinez Parachini, ICD

 

anti/museum

Kyra Mootz, IBK1


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Anerkennung im Bachelorabschluss: Katharina Stepper, IDG, Prof. Sybil Kohl

 

Formverschneidung am römischen Brutalismus

Die Arbeit „Formverschneidung am römischen Brutalismus“ setzt sich mit der brutalistischen Architektur des römischen Architekten Saverio Busiri Vici auseinander und übersetzt seine architektonische Sprache durch Abstrahierung und Transformation in eine künstlerische Arbeit.

Die Studentin hat sich intensiv mit den Entwurfsparametern Raum und Zwischenraum, Spannung und Ausgewogenheit, Volumen und Scheiben, räumlichen Tiefen und der Wechselbeziehungen zwischen Körpern und Leerräumen beschäftigt. Dabei fokussiert sie sich auf ein vertikales Element in der Fassadenebene des „Edificio Plurioso“, welches einen dahinter liegenden Treppenaufgang räumlich einbindet.

Die Arbeit, welche im Aluminium-Gussverfahren sorgfältig hergestellt wurde, ist sehr übersichtlich und verständlich präsentiert und zeigt die intensive Auseinandersetzung mit der Thematik im Zwei- und Dreidimensionalen durch Skizzenbücher, Broschüren, Zeichnungen, Arbeitsmodellen und der finalen Skulptur.


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Anerkennung im Bachelorabschluss: Matthias Frank, Hannah Pfaff, IÖB, Prof. Alexander Schwarz

 

Schaulager und Archiv

Der Entwurf für das Schaulager und Archiv für den Klangkünstler Bernhard Leitner überzeugt durch seine schlichtes und reduziertes Konzept. Der geknickte Holzkeil fügt sich harmonisch in die Umgebung ein und sieht nach außen hin ein zurückhaltendes, aber akzentuiertes Erscheinungsbild vor. Der Ausdruck des Gebäudes ist eigenständig und einem Schaulager angemessen. Die innere Struktur entwickelt sich schlüssig aus der Gebäuedekubatur und ermöglicht flexible Nutzungen. Die konstruktive Ausbildung der Dachhaut erscheint noch etwas zu schematisch. Die Arbeit stellt einen angemessenen Beitrag für diese besondere Aufgabe dar.


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Anerkennung im Bachelorabschluss: Richard Königsdorfer, IRGE, Prof. Markus Allmann, Kevin Carmody, Andy Groarke

 

Room, City, Building

Von der städtebaulichen Setzung; plastischen Bau-körperausgestaltung; Schaffung außen- und innenräumlicher Qualitäten bis hin zur haptischen Ausformulierung der Oberflächen zeigt diese Arbeit ein hohes Maß an Gespür und ein starkes Bewußtsein für das Spektrum der Architektur. Die pointierte und gekonnte Wahl der Darstellungsmittel unterstreicht die gestalterische Versiertheit des Verfassers.


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Bachelorabschluss: Engere Wahl

 

El Sur de Buenos Aires – Conector Productivo

Martina Buchs, Laura Johana Corredor Coronado, ILPÖ / SI  

 

Floating Home

Lisa Sophie Rottner, IBBTE


Die Diplompreise wurden verliehen mit freundlicher Unterstützung von:

Kontakt

Öffentliche Kommunikation

Dipl.-Ing. Kerstin C. Ottmar

Keplerstr. 11, K1 - 1. OG, Raum 1.26

Tel. 0711/685-84912

 

E-mail: kerstin.ottmar(at)f01.uni-stuttgart(dot)de