Universität Stuttgart - Architektur & Stadtplanung

Preisverleihung der Fakultät

Anlässlich der diesjährigen Jahresfeier der Fakultät und Verabschiedung der Absolventen des Studienjahres 2015/16 am 10.06.2016, wurden in einem feierlichen Rahmen, die besten Arbeiten der Bachelor- und Masterabsolventen ausgezeichnet.

Desweiteren wurden drei Anerkennungen für herausragende Arbeiten vergeben.

 

Mitglieder der diesjährigen Jury waren: 

Vorsitzender Herr Kaye Geipel, bauwelt, Berlin

Frau Maria Zacher und  Herr Filip Vejin, Träger/in des Diplompreises 14/15

Frau Jelena Bozic, Architekturbüro Cheret und Bozic, Stuttgart,

Herr Stefan Behnisch, Behnisch Architekten, Stuttgart,

Herr Prof. Julio Rondo, freier Künstler aus Berlin und Professor an der Merz Akademie Stuttgart.

 

 

Die Fakultät gratuliert herzlich allen Preisträgern zu ihren herausragenden Arbeiten!


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Der Preis für die beste Masterarbeit 15/16 geht an die Absolventinnen Meike Hammer und Tine Teiml (IBK1/IGMA/IRGE)

Flucht, Ankunft, Integration

 

Die diesjährige Jury hat den Sieger aufgrund verschiedener Kriterien gefunden. Zum einen ist die Flüchtlingskrise ein aktuelles gesellschaftliches und politisches Thema, zum anderen lässt die Art der Arbeit und die Details auf eine tiefe Auseinandersetzung schließen. Der Aspekt der Realisierbarkeit ist in die Arbeit mit eingeflossen und hat sie dementsprechend verändert. Die Minimalmassnahmen lassen eine deutliche Verbesserung der Flüchtlingssituation erhoffen. Infolgedessen wird diese Arbeit mit dem diesjährigen Preis der Universität Stuttgart ausgezeichnet.


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Der Preis für die beste Bachelorarbeit: Isabell Enssle (SI)

Border Zone

 

Die Arbeit setzt sich mit einem in unseren Regionen neuen, an der Mexokanisch US Amerikanischen Grenze schon seit Jahrzehnten bestehenden Problem auseinander. Den scheinbar temporären, jedoch letztendlich dauerhaften Ansiedlungen der vor den Grenzen in die gewünschte Zukunft Ausharrenden. In Tijuana durchmischt sich dies mit der unstrukturierten Ansiedlung nicht nur von Wirtschaftsflüchtlingen, sondern auch legalen Arbeitspendlern.

Die Arbeit analysiert die Situation hervorragend, legt Defizite in Infrastruktur und jenen Bereichen dar, die für eine funktionierende Gemeinschaft unabkömmlich sind. Auch die Trockenzeit, die regelmäßigen Überflutungen, die Wege im kaum wegsamen Gelände sind Teil der Analyse.

Es werden Interventionen, Ergänzungen und Landschaftselemente vorgeschlagen, die diesen unstrukturiert entstandenen Ansiedlungen eine Infrastruktur und die fehlenden Elemente für eine funktionierende Gemeinschaft geben.

Nicht alle vorgeschlagenen entwurflichen Ansätze würden zwangsläufig in der Umsetzung die Erwartungen erfüllen, jedoch ist die Summe der Vorschläge geeignet die Situation am Ort deutlich zu verbessern.

Analyse und Verbesserungsvorschläge sind sehr gut erarbeitet und grafisch verständlich und schlüssig. dargestellt. Besonders überzeugt auch das herausragende Modell der Grenzsituation.

Die Arbeit stellt sehr gute, ausgewogene Lösungsansätze dar und ist im Gesamten sehr übersichtlich und verständlich.


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Anerkennung im Master: Norbert Jundt und Roman Ramminger (IEK))

Philharmonie für Filmmusik München

 

Die Arbeit Philharmonie für Filmmusik München besticht durch ihr Konzept Konzerte, wie sie im philharmonischen Kontext stattfinden mit der strukturellen Beschaffenheit eines Kinokomplexes zu verbinden.

In zentraler Lage in München, auf einer Insel inmitten der Isar, liegt ein Konzertsaal, dessen Bühnentor zu einer großen Platzsituation hin geöffnet werden kann. Unterlaufen, wird dieser Konzertsaal von einem markanten Weg hin zu einer parallelen, riesigen Treppe, auf der sowohl der Aufenthalt, wie auch die gesamte räumliche Anlage, für jeden geöffnet wird. 

 

Die Jury diskutiert diese Arbeit auch hinsichtlich ihrer architektonischen Lösung, die in Teilen noch gestärkt werden könnte, jedoch das suggestive Bild, mitten in München, beim Konzert auf München, bzw. auch weitere Medien schauen zu können, besticht am Ende unsere Entscheidung zugunsten einer Anerkennung.


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Anerkennung im Master: Amelie Schlicht (IRGE/IGMA)

Hort der Vergänglichkeit

 

Die Masterarbeit „Hort der Vergänglichkeit“ von Amelie Schlicht setzt sich am Beispiel der Friedhofsarchitektur mit der inhaltlichen Verschiebung architektonischer Typologien in der heutigen Stadtgesellschaft auseinander. In der „liquid society“ unserer Gegenwart fallen Erinnerungsorte und Bestattungsorte mehr und mehr auseinander - Friedhöfe werden als Ort der Erinnerung zunehmend anachronistisch.

Wie geht die Gesellschaft mit der Transformation einer Typologie um, die aus dem 19. Jahrhundert stammt? 

Amelie Schlicht übersetzt diese gesellschaftlichen Verschiebungen in einen beispielhaft neuen, explizit innerstädtischen Bestattungsort. Die menschlichen Überreste der Toten, ihre Asche, werden Teil einer Erinnerungsmauer, die die Ruine der Franziskaner im Zentrum Berlins mit einer zweiten Hülle umgibt und so als Ort des Gedenkens in der Mitte der Stadt sichtbar werden lässt.

Die Arbeit wurde in der Jury lange und kontrovers diskutiert. Die Instrumentierung der menschlichen Asche als Bestandteil eines baulichen Architekturprozesses wurde – was diesen Teil des Entwurfs betrifft – angesichts der deutschen Vergangenheit - als moralische Grenzüberschreitung kritisiert. Andrerseits wurde die Arbeit als Ganzes als wichtiger stadtgesellschaftlicher Debattenbeitrag und als herausragende und weiterdenkende Neuformulierung im Rahmen einer Abschlussarbeit gewürdigt.


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Anerkennung im Bachelor: Franz Arlart (IWE)

LIVING INTEGRATION - Wohnraum für Flüchtlinge und Studenten

 

Living Integration ist ein unkonventionelles Konzept zur Integration von Flüchtlingen in das Stuttgarter Sozialgefüge mit zwei gesellschaftlich interessanten Schwerpunkten:

 

Das Zusammenleben von Flüchtlingen und Studenten unter einem gemeinsamen Dach, in hochwertiger Stuttgarter Wohnlage.

 

Entlang der Gäubahn sollen auf schwer zu bebauenden Grundstücken, gemeinsame Wohnräume für Flüchtlinge und Studenten errichtet werden. Gewählt wird ein modulares Bausystem, das zum einen gleichwertige Wohnverhältnisse für beide soziale Gruppen ermöglicht, zum anderen passt es sich unprätentiös an die topographischen Gegebenheiten an.

 

Dem Zusammenleben auf engsten Raum wird hohe Beachtung geschenkt. Die Teilhabe an der Gemeinschaft als auch der Rückzug  ins Private sind zwei gleichwertig behandelte Entwurfsparameter. Integration ist keine Einbahnstraße. Living Integration hat das Potential zu einer Straße mit Gegenverkehr.


Kontakt

Öffentliche Kommunikation

Dipl.-Ing. Kerstin C. Ottmar

Keplerstr. 11, K1 - 1. OG, Raum 1.26

Tel. 0711/685-84912

 

E-mail: kerstin.ottmar(at)f01.uni-stuttgart(dot)de