Universität Stuttgart - Architektur & Stadtplanung

Diplompreise der Fakultät

Im Rahmen der Diplomfeier am 05. Dezember 2012 der Fakultät Architektur und Stadtplanung, wurden traditionell zur Verabschiedung der Absolventen, die Diplompreise des Sommersemesters 2012 verliehen.

Des Weiteren gab es von der Jury fünf Anerkennungen für herausragende Arbeiten der Absolventen der Fakultät 1.

 

Stimmberechtigte Mitglieder der Diplomjury waren:  Antonia Blaer,Diplompreisträgerin des vorigen Semesters, Erwin Herzberger, IDG, Johann Jessen, SI, Achim Menges, ICD und José Luis Moro, IEK.

 

Die Fakultät gratuliert herzlich allen Preisträgern zu ihren herausragenden Arbeiten.


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Diplompreis 2012: Marius Ege

"Parque Lomas - Lima, Peru"

ILPOE, Prof. Stokman

Ein Diplompreis geht an Marius Ege für seinen Entwurf eines Landschaftsparks Parque Lomas am Stadtrand der peruanischen Hauptstadt Lima. Der Landschaftspark ist als ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Siedlungsenwicklung der rasch wachsenden Millionenstadt geplant. Mit dem Park werden gleich mehrere Ziele verfolgt: die Wasserversorgung sollen gesichert werden, Schneisen für die Frischluftzufuhr freigehalten und die Lebensbedingungen in den nahen informellen Siedlung verbessert werden. Aufbauend auf einer umfassenden Analyse der Situation vor Ort entwickelt der Diplomand einen Strategiekatalog, bestehend aus drei Elementen, mit denen der Park als Siedlungsgrenze stabilisiert werden soll:

(1) urbane Landwirtschaft für die Anwohner,

(2) sogenannte Nebelfänger zur Wassergewinnung und, ganz entscheidend,

(3) die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung in die Planung, den Betrieb und die Bewirtschaftung des Parks. Das Konzept ist sehr innovativ, denn es interpretiert das Prinzip des Freiraumschutzes durch Freiraumgestaltung auf eine neue und kreative Weise, die den besonderen Anforderungen des Standortes nicht nur im Entwurf, sondern auch in den Vorschlägen zum Verfahren gerecht wird. Die Arbeit sticht heraus durch ein hohes Problembewusstsein, eine sehr fundierte Analyse, ein klares strategisches Konzept und eine überzeugende Umsetzung in einem detaillierten Entwurf von hoher Qualität. Sie ist in Plan, Bild und Text vorbildlich aufbereitet und sehr gut nachvollziehbar.


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Diplompreis 2012: Oliver Krieg

"Connecting Intelligence"

ICD, Prof. Menges

"Das Diplomprojekt "Connecting Intelligence" von Oliver Krieg besticht durch seine technische Kompetenz, seine konsequente Methodik und gestalterische Qualität. Das Projekt untersucht auf beispielhafte Weise, wie sich aus der Entwicklung eines innovativen, robotischen Fertigungsprozesses und der dazugehörigen computerbasierter Planungswerkzeuge nicht nur eine ressourcenschonenden Holzbauweise ergibt, sondern sich auch ein neuartiges, tektonisches Repertoire für die Architektur ableiten lässt. Technische Innovation, gepaart mit einem hohen Maß an Sensibilität im Umgang mit Material und Konstruktion, sowie einer kritische Reflektion anhand verschiedenartiger raummorphologischer Studien resultieren in einer überzeugenden Arbeit mit erstaunlicher Bearbeitungstiefe. Die gelungene Synthese aus Entwurf und Forschung wurde von der Jury als relevanter Beitrag zu einem zeitgemäßen Architekturansatz besonders gewürdigt."


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Anerkennung: Guobin Shen und Florian Kaiser

"L'Aquila - Wiederbelebung einer Ruinenstadt"

IRGE, Prof. Allmann

Die Arbeit schlägt eine in ihren Einzelmaßnahmen gut durchdachte, unkonventionelle Wiederaufbaustrategie für die Stadt L'Aquila vor, die beim Erdbeben von 2009 stark beschädigt wurde. Die Autoren gehen von hypothetischen Schritten der Wiederbelebung der Stadt durch Neuansiedlungen von Handel und Gewerbe oder Durchführung kultureller Events aus, die von der Jury indessen hinsichtlich ihrer Plausibilität mit gewisser Skepsis betrachtet wurden. Sehr überzeugend erschien die Herleitung besonderer, auf ausgewählte Einzelgebäude zugeschnittener Ertüchtigungs- und Wiederaufbaustrategien, die sich jeweils an einem spezifischen operativen Prinzip inspirieren. Die Bruchkanten der Erdbebenschäden werden dabei bewusst sichtbar belassen. Durch gezielte Ästhetisierung der Wiederaufbaumaßnahmen wird eine neue, unverkennbare, von den Wunden der Vergangenheit geprägte Physiognomie der wiederauferstandenen Stadt geschaffen.


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Anerkennung: Steffen Raiber und Oliver Teiml

"urban logistics"

IRGE, Prof. Allmann

 

Die beiden Verfasser der Diplomarbeit mit dem Titel "Urban Logistics" entwickeln ein städtebauliches Konzept für die Unterbringung von Logistikzentren im urbanen Kontext und stellen sich der Aufgabe derartige Institutionen mit dem innerstädtischen Leben zu kombinieren. Das Thema der urbanen Logistik, welches bis jetzt im Städtebau keine Berücksichtigung findet, erfährt von den Verfassern eine vielschichtige Betrachtung. Die Arbeit zeichnet sich durch ein besonders differenziert hergeleitetes und schlüssig durchgearbeitetes Gesamtkonzept aus. Zudem besticht das Projekt durch eine starke Darstellung und Plangraphik auf einem durchgängig hohen Niveau.


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Anerkennung: Sabrina Brenner

"Beyond Shelter"

IBBTE, Prof. Schuermann

 

Kann man mittels Architektur die Konsequenzen von extremen Naturereignissen minimieren und Gebäude für die regionalen Risiken präventiv ertüchtigen? Sabrina Brenner steuerte mit ihrer Arbeit Beyond Shelter einen wertvollen Beitrag zu dieser Diskussion bei. Um Gebäude besser an die Gefahrenpotentiale anpassen zu können erstellte Frau Brenner in herausragender Weise ein wissenschaftlich fundiertes Analysewerkzeug zur Identifikation der Erfordernisse des spezifischen Standorts. Dieses kombinierte Frau Brenner im erstellten Handbuch mit einem Planungsleitfaden, der systematisiert die Bandbreite einer architektonischen Reaktion auf das erkannte Risikopotential darstellt - ohne dabei gestalterische Vorgaben zu machen. Die Umsetzung dieser Planungsmöglichkeiten wurde anschließend in zwei Entwürfen getestet. Die Arbeit besticht durch ihre wissenschaftlich fundierte Arbeitsweise, den systematisierenden Ansatz und die Auseinandersetzung mit einem bisher nur selten betrachteten Aspekt des Bauens in potentiellen Naturkatastrophen- und Extremwetterregionen.


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Anerkennung: Yakub Yayla

"Half a House to Go"

IGMA, Prof. de Bruyn 

" Herr Yayla hat einfache, schlichte Stuttgart Häuser ausgewählt, ihre Baugeschichte recherchiert und von diesen kleinen Gebäuden mit Hilfe des Rapid - Prototyping - Verfahrens Modelle hergestellt. Von jedem Beispiel wurden in serieller Weise eine große Anzahl von Abgüssen hergestellt und jene im Rahmen einer Ausstellung im Künstlerhaus Reuchlinstraße zusammen mit einer fotografischen Dokumentation ausgestellt. Mehr als 400 Modelle hingen in Felder gegliedert aufgereiht an einer großen Wand. Ziel des Projekt war, die Ausstellungsbesucher zu animieren, eines der Gebäude als Gipsabguss nach voraus gegangener Abwägung als Erinnerungsstück mit zu nehmen. Der Besucher wird dadurch heraus gefordert, über Architektur zu reflektieren und überträgt somit als Medium seinen Entscheidungsprozeß in die Öffentlichkeit. Herrn Yayla gelingt es mit seinem Projekt, eine Idee künstlerischen Denkens und Empfindens mit engem Bezug zur Architektur zu verbinden und die räumlichen Grenzen einer Kunstgalerie zu überwinden. "


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Kontakt

Öffentliche Kommunikation

Dipl.-Ing. Kerstin C. Ottmar

Keplerstr. 11, K1 - 1. OG, Raum 1.26

Tel. 0711/685-84912

 

E-mail: kerstin.ottmar(at)f01.uni-stuttgart(dot)de